Körper / 5. Juli 2025

Beinahe gestorben – Mein Kampf gegen die Lun­gen­ent­zün­dung

Anfang letzten Monats hätte mein Leben fast ein abruptes Ende genommen. Ich hatte mir eine Lungenentzündung zugezogen, vermutlich, weil ich abends zu lange draußen gewesen bin. Und was für viele Menschen einfach nur eine fiese Erkältung mit Husten ist, kann für jemanden wie mich mit einer hohen Querschnittslähmung tödlich enden.

Warum? Ganz einfach: Als Querschnittsgelähmter fehlt mir die Muskulatur, um effektiv zu husten oder tief zu atmen. Die Atemmuskulatur ist bei mir fast komplett gelähmt. Wenn sich Schleim in der Lunge sammelt, kann ich ihn nicht wie andere einfach raushusten. Ich spüre, wie mir langsam die Luft wegbleibt. Es fühlt sich an, als würde man innerlich ersticken.

Ich habe es erst richtig gemerkt, als ich morgens unter die Dusche ging. Nach dem Duschen legte mein Pfleger mich zurück ins Bett – und plötzlich bekam ich keine Luft mehr. Ich konnte kaum noch sprechen oder mich bewegen. Mit meiner letzten Luft, die ich noch hatte, habe ich meinem Pfleger signalisiert, dass ich meine Beatmungsmaschine brauche, weil ich keine Luft mehr bekomme.

Ohne diese Maschine, ehrlich – ich wäre abgekrazt.

Sofort wurde der Notarzt gerufen. Es kam ein Team, dann noch ein zweiter Notarzt mit weiteren Ärzten. Ich war komplett in Panik – getrennt von meinem Atemgerät, das war der blanke Horror. Ich ließ mich dann sedieren und bin später entspannt im Krankenhaus aufgewacht.

Dann begann die Regenerationszeit. Ich bekam Antibiotika, musste viel abhusten und fühlte mich einfach nur schlapp. Und dann kam der Moment, als sie mich absaugen wollten. Ich bekam Panik – ich habe ein richtiges Trauma vom Absaugen, weil das früher bei mir am Hals gemacht wurde und höllisch wehgetan hat. Ich sagte der Schwester direkt: „Ich mache das nicht ohne Betäubung.“ Also ließ ich mir einen Dauerkatheter legen, trank literweise Wasser, um den Schleim flüssiger zu machen und alles selbst rauszuhusten.

Aber es half nichts. Am nächsten Tag stand eine Bronchoskopie an, bei der meine Lunge gespült wurde. Danach war mein ganzer Brustkorb verschleimt, ich konnte nichts mehr kontrollieren, ich musste nur noch husten. Es blieb keine andere Wahl: Ich musste abgesaugt werden.

Wegen meiner hohen Schmerzmittel-Toleranz durch medizinisches Cannabis half nichts – also bekam ich Morphium. Und wow, ich verstehe jetzt, warum die in Kriegsfilmen immer sagen:

„Hier kommt das Morphium.“

Das Zeug wirkt. Keine Schmerzen. Ich wurde abgesaugt, eine Stunde lang. Danach war ich so erschöpft, dass ich einfach nur noch wegdämmern wollte.

Als die Entzündung endlich abklang, durfte ich wieder nach Hause. Aber auch dort musste ich erstmal weiter mit meiner Maske atmen und regelmäßig abgesaugt werden. So schlimm wie dieses Mal war es noch nie. Und ich hoffe wirklich, dass ich das nie wieder durchmachen muss.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie nah Leben und Tod manchmal beieinanderliegen – besonders, wenn einem die Luft zum Atmen fehlt.

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