Es war ein unglaubliches Erlebnis, das erste Mal beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring dabei zu sein.
Und wie das alles zustande kam und was passiert ist, ist mal wieder unglaublich, wenn man sich selber miterlebt hat.
Ich wurde von einem Bekannten angeschrieben, den wir vor einem Jahr auf dem Track Day von Ger Collector kennengelernt haben, sein Name ist Daniel Coche von Coche Lagertechnik. Er hat uns damals geholfen, mich in mein Auto mit reinzusetzen, weil man da zwei Personen braucht. Wir telefonierten ein bisschen, und er fragte mich: „Was ist denn mit dem 24-Stunden-Rennen, hast du nicht Lust dabei zu sein?“ Ich hatte es noch nie gesehen und wusste gar nicht richtig, was da eigentlich abgeht. Und somit hat er es organisiert, dass ich mit meinem Bruder und einem guten Kumpel dorthin gehen konnte.
Angefangen hat es schon am Tag davor. Ich musste mich auf jeden Fall vorbereiten, weil es an dem Tag nicht mehr als 10° werden sollte. Und jeder, der mich kennt, weiß: Ich hab eine Temperaturstörung und baue keine Hitze auf – die Kälte ist mein absoluter Endgegner! Also gleich eine dicke Decke und einen Schlupfsack (sieht aus wie ein Schlafsack) eingepackt, um mich warm zu halten.
Am Tag des Rennens sind wir schon um 5:30 Uhr morgens bei uns fertig geworden (ich bin absolut kein Frühaufsteher), damit wir rechtzeitig zum Nürburgring kommen und nicht im Stau stehen. Wir fuhren zwei Stunden mit dem Transporter zu einem Ort neben dem Nürburgring, wo uns eine Frau namens Kira mit dem Shuttle abgeholt hat. Und dieser Humor, den sie hatte – der war wirklich der Hammer und unglaublich witzig.
Als wir angekommen sind, den Rollstuhl rausgeholt, zusammengebaut und mich zu zweit aus dem Auto gehoben haben, merkten wir erst, wie viele Leute das heute werden. Am Ende habe ich gehört, es sollen 230.000 Menschen gewesen sein, die an dem Tag dort waren, nur zum Schauen.
Also gingen wir zum Nürburgring rein und schauten uns alles an. Der ganze Platz, der normalerweise mit Autos voll ist, war dieses Mal mit den ganzen Zelten für die Vorbereitung vollgestellt. An verschiedenen Orten waren extra kleine Zelte drin, wie Cannabispflanzen-Zelte – nur dass anstatt Pflanzen dort Reifen aufgewärmt wurden, die für das Rennen benötigt werden. Damit die Bodenhaftung besser ist.
Wir schauten uns den Stand von BMW an, und dort wurde erst mal ein Joint angezündet. Mit Blick auf die schönen BMW M3 Modelle.
Als wir noch weiter rumgelaufen sind und nicht gesehen haben, dass ein paar Leute gleich über einen Lastenaufzug nach oben fahren, wollte ich unbedingt dort rein, weil ich wusste: Der führt bestimmt irgendwohin, wo man als normaler Mensch nicht hinkommt. Also sind wir schnell dorthin, haben gefragt, ob wir mitfahren dürfen. Und wo führte dieser Aufzug hin? Natürlich in die VIP Area.
Dort sind wir ein bisschen rumgelaufen und haben dann Markus Rühl getroffen. Das ist schon das dritte Mal, dass ich ihn bei einem Event sehe. Wir gingen weiter eine Etage nach unten und blieben dort bei einer Erhöhung stehen, damit wir den Start des Rennens ansehen konnten.
Nach ein paar Runden sind wir Richtung Leinwand, wo der Daniel auf uns wartete. Die Leinwand war ein riesiger LKW mit einem noch riesigeren LED-Bildschirm, der aus dem Anhänger rausgefahren ist.
Ein paar Runden sind jetzt schon vergangen und jetzt kam Verstappen ins Spiel. Der Formel-1-Fahrer fuhr das erste Mal bei einer GT3-Serie mit in seinem Mercedes-AMG GT3 und wie er über das Feld gefegt ist, ohne Furcht, war echt krass. Er ist auch zweimal mit der Hälfte vom Auto auf dem Gras gewesen, hatte aber trotzdem die volle Kontrolle.
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Es war wirklich sehr kalt und hat auch ab und zu genieselt, was ein Grund gewesen ist, dass wir nicht so lange bleiben wollten. Doch dann habe ich einen Anruf von Kira bekommen, die mich schon gefragt hat, ob wir die Boxengasse sehen möchten. Und das lassen wir uns natürlich nicht entgehen.
In der Boxengasse haben wir dann noch den Vater von Moritz Rosenbach kennengelernt, einer der Rennfahrer, mit dem ich sogar auch schon telefoniert habe. Und er war einfach ein Engel. Durch die beiden konnten wir etwas erleben, was normale Menschen nicht erleben. In der Boxengasse waren sehr viele Menschen, die alle zum Team gehörten. Manche analysierten an Computern das Rennen, andere kümmerten sich um die Vorbereitung, falls das Auto gleich reinkommt. Das ganze Team unterstützt sich gegenseitig. Uns wurde einiges erklärt, was an den Computern abgespielt wird und was in der Boxengasse so geschieht.
Ich habe einige Rennlegenden getroffen wie Klaus Ludwig, Evalt Holstadt und Christian Gebhardt. Und sogar sehr, sehr lustig: Ich traf auch Sebastian Asch, der die Auspuffanlage für mein Auto herstellt. Er hat mir mal ein gratis Teil zugesendet, damit ich die Anlage reparieren kann. Und jetzt treffe ich ihn live, das hätte ich nie gedacht.
Dann war der Vater so korrekt und hat uns sogar mitgenommen zum Pavillon und dem Bereich von der Crew, wo es dann schon eindeutig wärmer gewesen ist. Und wäre das nicht schon genug, hat er uns sogar noch warme Schnitzel gemacht, die wirklich unser Leben gerettet haben. Er hat auch für die Mitglieder des Teams Essen gemacht und ich glaube, so ein Mann ist eindeutig eine der wichtigsten Personen im Team.
Als es dunkel wurde, war es auch sehr interessant, die Rennwagen mit angeschalteten Lichtern zu sehen – das sieht noch mal viel geiler aus.
Um 12 Uhr nachts haben wir dann gesagt, wir fahren nach Hause, weil wir noch zwei Stunden Nachhauseweg hatten.
Abschluss von dem ganzen: Es hat sich zu 100 % gelohnt, dorthin zu gehen. Ein großes, großes Danke an Daniel, Thomas, Moritz und Kira – ohne euch wäre das niemals so geil geworden! ❤️
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