Seit gegrüßt, liebe Damen und Herren,
ich bin immer noch total geflasht und kriege die Bilder nicht aus dem Kopf. Letzte Woche war es soweit: Mein erster bundesländerübergreifender Crashkurs zusammen mit der Polizei – und direkt in einer ganz anderen Dimension. In Bensheim, in einem riesigen Kinosaal, der bis auf den letzten Platz mit ca. 350 Schülerinnen und Schülern gefüllt war.
Schon beim Reingehen war das Feeling komplett anders. Dunkelheit, die Sitze reichen bis weit nach hinten, vorne eine gigantische Leinwand – und dann diese Stille, bevor es losgeht. Man spürt sofort: Hier ist nichts wie in einem normalen Klassenraum oder einer kleinen Aula. Die Atmosphäre ist intensiv, fast bedrückend. Die große Leinwand macht jedes Bild, jedes Video, jede Zahl so viel realer und nahbarer. Es fühlt sich an, als würde die Realität direkt auf einen zuschlagen. Gänsehaut pur, von der ersten Minute an.
Der Ablauf war richtig stark aufgebaut. Es ging nicht nur um Polizeiberichte oder trockene Statistiken – da waren echte Menschen, die ihre Geschichten erzählt haben, und das hat alles verändert.
Die Polizei hat mit harten Fakten und Einsatzberichten angefangen: Was wirklich passiert, wenn jemand zu schnell fährt, abgelenkt ist oder unter Alkohol/Drogen am Steuer sitzt.
Dann kam ein Bestatter zu Wort. Er hat ganz ruhig, aber umso eindringlicher beschrieben, was er tagtäglich erlebt – wenn junge Menschen plötzlich nicht mehr nach Hause kommen und er die Familien begleiten muss. Das saß tief.
Und dann kahm Max. Er hatte die selbe Rolle wie ich im Crashkurs, seine Geschichte als Unfall Opfer zu erzählen. Und das hat mich richtig gepackt.
Die Sekunden, die alles veränderten
Max fuhr mit seiner Kawasaki ZXR 400 auf der vierspurigen Autobahn – flüssiger Verkehr, normale Geschwindigkeit, nichts Außergewöhnliches. Plötzlich sah er es: Ein PKW auf der äußersten rechten Spur setzte ohne Vorwarnung zum Wenden an. Der Fahrer kreuzte rücksichtslos alle Spuren, direkt vor ihm.
Es gab keine Chance auszuweichen. Der Pkw traf das Motorrad seitlich mit voller Wucht. Die Kawasaki wurde komplett zerfetzt – Rahmen verbogen, Teile flogen durch die Luft, das Bike rutschte unkontrolliert weiter. Max wurde vom Motorrad geschleudert und glitt unter den Pkw.
Sein Brustkorb landete genau unter dem rechten Vorderreifen. Das Gewicht des Autos drückte die Luft aus seinen Lungen, Rippen brachen wie Streichhölzer. Sein Kopf geriet unter den Motorblock – Metall, Hitze, Druck. In diesen Sekunden hörte er nur noch das Kreischen von Blech und sein eigenes Röcheln.
Die Folgen waren brutal:
- Mehrere gebrochene Rippen
- Drei gebrochene Halswirbel
- Kompletter Handabriss
- Schwere innere Verletzungen im Bauchraum
- Schädelhirntrauma
Er überlebte nur knapp. Acht Tage Koma. Danach Monate, Jahre Kampf zurück ins Leben – Operationen, Reha, Schmerzen, die nie ganz weggehen.
Max sagt heute: „Ich hatte Glück, dass ich noch atmen durfte. Viele haben das nicht. Deshalb stehe ich hier – damit ihr nicht dieselben Sekunden erlebt.“
Er hatte einen schweren Motorradunfall, bei dem er unter ein Auto geraten ist. Er war nur ganz knapp dem Tod entkommen, hat massive Verletzungen davongetragen und kämpft immer noch mit den Folgen. Trotzdem stand er da vorne, hat seine Geschichte erzählt – ohne Selbstmitleid, sondern mit dem klaren Wunsch: „Passt auf euch auf.“ Zu sehen, wie jemand, dem so etwas Schlimmes passiert ist, sich trotzdem so engagiert einbringt, um andere Jugendliche zu schützen… das war richtig bewegend. Das zeigt: Prävention kommt aus dem Herzen, nicht nur aus der Pflicht.
Ich war mittendrin, habe eigene Gedanken und Erfahrungen eingebracht und gemerkt, wie die Stimmung im Saal kippt. Am Anfang noch Gemurmel und später Totenstille, viele gesenkte Köpfe, am Ende feuchte Augen bei einigen. Genau das wollen wir erreichen: Dass die Botschaft ankommt und vielleicht ein einziger von diesen 350 später einmal nicht das Gaspedal durchdrückt.
Das war erst der Anfang. Die Kooperation mit der Polizei läuft jetzt richtig bundesländerübergreifend – es kommen noch viele Termine in anderen Städten, anderen Sälen, mit noch mehr jungen Menschen. Ich bin unglaublich dankbar, Teil davon zu sein.
Wenn ihr wissen wollt, wann und wo der nächste Crashkurs stattfindet, oder wenn ihr selbst Ideen habt, wie wir noch mehr erreichen können: Meldet euch gerne bei mir! Ich freue mich über jede Nachricht.
Ein riesiges Danke an das gesamte Team der Polizei, an Max, den Bestatter und alle anderen, die ihre Zeit und ihre Geschichten teilen. Und danke an die 350 in Bensheim – ihr habt zugehört. Das ist der erste Schritt.
Bleibt vorsichtig und passt auf euch und die anderen auf da draußen.
Ganz nebenbei: es war echt cool, Max kennen zu lernen. Er hat einen tollen Charakter und verfolgt ähnliche Ziele, und durch dieses Kennenlernen habe ich einen guten Partner durch den der Podcast, den ich vor schon mal ins Rollen gekommen ist und demnächst die ersten Folgen veröffentlicht werden.
KOMMENTARE ZUM BEITRAG
Kommentare
Alternativ über das separate Formular: Kommentar schreiben